Systemfindung Realisierung Betrieb






Planung von Parksystemen - Systemfindung

Die Vielzahl der am Markt angebotenen Parksysteme erschwert die Auswahl. Die nachfolgende Systematik gibt einen Überblick über die verschiedenen Varianten, die alle schon von verschiedenen Herstellern realisiert wurden.

Konventionelle oder herkömmliche Parksysteme sind die am meisten verbreiteten Varianten. Die PKW werden vom Fahrer zum Stellplatz gefahren, dort eingeparkt und die Insassen verlassen üblicherweise zu Fuß das Parkhaus. In entsprechend umgekehrter Reihenfolge läuft das Ausparken des PKW ab. Als Fahr- und Gehwege sind Fahrbahnen, Rampen sowie Treppenhäuser erforderlich, sofern auch die Vertikale erschlossen wird. Sind alle Stellplätze im direkten Zugriff, d.h. die PKW können unabhängig voneinander ein- oder ausgeparkt werden, spricht man von Parkgassensystemen. Andernfalls sind mehrere PKW zu sogenannten Kolonnen hintereinander angeordnet. Hierdurch können "zugeparkte" PKW nur ausgeparkt werden, wenn die blockierenden PKW zuvor bereits ausgeparkt wurden. Heute kommen diese Systeme nur in seltenen Fällen in Hotels, auf Fährschiffen oder bei Großveranstaltungen in Frage.

Parksysteme
Konventionelle Parksysteme Teilautomatische Parksysteme Vollautomatische Parksysteme
Boden-/ Etagenlagerung Boden-/ Etagenlagerung Feststehende oder bewegte Regale Feststehende Regale Bewegte Regale
Kolonnenparksysteme Drehscheibensysteme Hubsysteme mit und ohne Grube Gassensysteme Verschieberegalsysteme
Parkgassensysteme Fahrtersatzsysteme Verschiebe-Hub-Systeme Radialsysteme Drehringsysteme
Verschiebesysteme Schachtsysteme Umlaufsysteme
Umsetzsysteme

Teilautomatische Parksysteme können hinsichtlich der eingesetzten Lagertechnik unterschieden werden. Kommt wie bei den konventionellen Parksystemen eine Bodenlagerung zum Einsatz, kann die bei konventionellen Systemen erreichbare Stellplatzkapazität durch Installation von Verschiebepaletten in den Fahrgassen erhöht werden. Insbesondere schmale oder schon teil- bebaute Grundstücke können zum Ausschluss von Rampenanlagen führen. In solchen Fällen wird zur Höhenüberwindung auf einen platzsparenden Aufzug zurückgegriffen. Man spricht von Fahrtersatzsystemen. Die teilautomatischen Systeme mit Verwendung von Regalen sind durch geringe Stellplatzanzahlen von bis zu 8 Stellplätzen je Modul charakterisiert. Es werden herstellerabhängig verschiedene Prinzipien mit Hub- und Verschiebetechnik angeboten.

Die größte Flexibilität hinsichtlich der Gestaltung bieten die vollautomatischen Parksysteme. Die höchste Verbreitung besitzen Systeme mit feststehenden Regalen und Regalförderzeugen. Sie werden je nach verfügbarer Grundfläche sowohl als Gassen-, Schacht- und Radialsysteme ausgeführt. Module bis zu einer Größe von 150 Stellplätzen sind realisiert worden. Bei den Varianten mit bewegten Regalen sind besonders die Umlaufsysteme hervorzuheben, die nach dem Prinzip des Paternoster arbeiten. In Japan ist eine hohe Verbreitung solcher Systeme zu registrieren.

Um das optimale Parksystem zu finden, sind die jeweiligen Standortfaktoren zu berücksichtigen. Sie bilden die Grundlage zur Entscheidungsfindung. Von Einsatzfall zu Einsatzfall sind unterschiedliche Varianten vorzuziehen. Zu berücksichtigen sind beispielsweise:
  • mögliche Anzahl und Anordnung der Ein- und Ausfahrten
  • vorhandene/nutzbare Grundflächen und Räume
Insbesondere die
  • geforderten Stellplatzzahlen,
  • das zu erwartende Zu- und Abflussverhalten sowie
  • Nutzerverhalten und -anforderungen
sind Faktoren, die über die kundenseitige Akzeptanz entscheiden. Die Systemauswahl und - dimensionierung muss mit diesen Faktoren in Einklang gebracht werden. Hierzu bieten sich neben analytischen Verfahren auch detaillierte Simulationsstudien an, die wir kompetent für Sie durchführen. Als typische Ergebnisse bestimmen wir die zu erwartenden Zeiten der Nutzer beim Ein- und Ausparken, die beispielweise für ein vollautomatisches Parksystem :

Wartezeitverteilung beim Einparken Wartezeitverteilung beim Ausparken

In umfangreicheren Szenarien prüfen wir die erforderliche Ausstattung insbesondere vollautomatischer Parksysteme, um das Optimum zwischen erforderlichen Investitionen (insbesondere den vergleichsweise teuren Übergabeboxen und Fördermitteln) und hinsichtlich der Nutzeranforderungen zu ermitteln. Die nachfolgenden Diagrame zeigen die mittleren und maximalen Wartezeiten in Abhängigkeit von der Systembelastung. Je nach Anforderung kann mittels solcher Diagramme eine Entscheidung zur erforderlichen Ausstattung eines Parksystems getroffen werden.

Mittlere einfahrseitige Wartezeiten Maximale einfahrseitige Wartezeiten

Unsere Erfahrungen haben wir u.a. bei der Planung, Entwicklung und Realisierung unseres ersten automatischen Parksystems gesammelt. Dieses System ist speziell auf den Einsatzfall am Standort Magdeburg zugeschnitten. Es befindet sich im Innenhof eines Büro- und Wohngebäudes, so dass als Belastung eine Überlagerung von Berufs- und Anwohnerverkehr vorliegt. Hierdurch kommt es zu einer günstigen Auslastung eines automatischen Parksystems. Vorstudien und Simulationen haben eine wirtschaftliche Auslegung der eingesetzten Technik ermöglicht. Das Herz des Systems ist ein Regalförderzeug mit doppeltem Lastaufnahmemittel für einen schnellen Palettenwechsel in den beiden Übergabeboxen. Hierdurch werden die Wartezeiten der Nutzer gegenüber einem System mit einfachem Lastaufnahmemittel erheblich reduziert. So haben wir es geschafft, zwei aufeinanderfolgende Einlagerungen mit nur 33 Sekunden Wartezeit über eine Übergabebox abzuwickeln.

Bei der Systemfindung waren u.a. folgende Charakteristika des Systems entscheidend:
  • Hohe Kapazität von 44 Stellplätzen im APS, die in konventioneller Bauweise oder durch eine teilautomatische Technik nicht realisierbar war (Keine Ablöse an die Kommune erforderlich).
  • Harmonische Integration des Parksystems in den Innenhof
  • Bedarfsgerechte Leistungsfähigkeit
    • Kaum Belastungsspitzen durch unterschiedliche Ankunfts- und Abfahrtszeiten der einzelnen Nutzer
    • Gleitende Arbeitszeiten der ansässigen Firmen
  • Komfortables Ein- und Aussteigen in geschützten und geräumigen Übergabeboxen und bequemes Anmelden am System über Funksender
Wir überzeugen durch fundierte und zuverlässige Planungsergebnisse, die die Grundlage für eine erfolgreiche Realisierung und den späteren Betrieb eines Parksystems darstellen.